Teufel und Germanen

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Esslingen – da wäre noch diese Sache mit dem sogenannten „Teufel“

Na, wer hätte es gedacht? Die alten Völker, unsere Urahnen aus den Stämmen der Germanen (Al-Mans) kannten keinen Teufel. Sie wussten um Dämonen oder um andere schlechte Charaktere, aber es gab in ihrer Welt nie diesen EINEN Teufel, wie es auch nie diesen EINEN Gott gab.

Nun präsentiert man dem Volke in Esslingen den „leibhaftigen Gehörnten“ als Skulptur, betitelt diesen als Kunstobjekt und beruft sich auf eine Sage dazu.: Doch diese Skulptur zeigt eben NICHT die Marktfrau (die Heldin der Esslinger Sage), sondern ausschließlich den besiegten Teufel – groß, dominant, herrschend …

Es ist offenbar ein Leichtes, einem Volk, dass seine eigene Geschichte nicht kennt, so etwas vorzusetzen.

Denn der Teufel ist eine Erfindung der Kirche. Althochdeutsch bedeutet Teufel / tiufal / diabulaz / böser Geist, Dämon, Riese, von verleumden, entzweien. Vormals war das keine Bezeichnung für den Satan, da es keinen gab. Die Germanen kannten keinen bösen „Gott“, Die strikte gut/böse Einteilung, diese kam erst durch das Christentum auf.

Mit dem Aufstellen einer einzelnen Teufels-Figur, ein Akt, der zweifelsohne den Grundfesten der Kirche entsprungen ist, wird ein über die Schwertmission herbeigeführter Glaube untermauert. Angst, Furcht, Grauen vor dem „Einen“.

Und zugleich hebelt man den Ursprung der Geschichte aus, die Sage von der Marktfrau, die das Schlechte erkannte…

Dank Sprachforschern wie Jakob Grimm wissen wir, dass es keinen Zweifel daran gibt, dass zum Beispiel die Burg oder Kirche der Bau eines in der Luft waltenden Winterdämons sei, der die Göttin Freyja, Sonne und Mond ihrer wohltätigen Wirksamkeit berauben will, sie mit der eingefrorenen burgähnlichen Wolke umgibt, verdeckt.

Gestern erst habe ich drüber geschrieben: „Da die Götter menschlicher noch waren, waren Menschen göttlicher“.

Mich erinnert das an eine der wenig lauten Stimmen gegen die Zwangsmissionierung. Es war einst die von Alkuin, die herausragte. Ende des 8. Jahrhunderts betonte er immer wieder, wie falsch der Weg war, den der Frankenkönig eingeschlagen hatte:

„Wie kann ein Mensch gezwungen werden zu glauben, was er nicht glaubt? Man kann einen Menschen zur Taufe treiben, aber nicht zum Glauben“ Weiter sprach der gebildete Angelsachse: „Der Glaube ist eine Angelegenheit des freien Willens und nicht des Zwanges“.

Es ist nicht gut, wenn die Menschen durch Zwang zu etwas gebracht werden, was sie gar nicht sind, oder nicht sein wollen. Das Ergebnis sehen wir heute. Wenn Missionen dieser Art über Jahrhunderte andauern, dann ist es nicht verwunderlich, wenn gewisse Figuren über dem Marktplatz thronen, fern von dem, was uns die Geschichte über das „falsche Spiel“ lehren könnte. Denn schließlich war es ja in diesem Fall die Marktfrau, die das „Schlechte“ und „Falsche“ erkannt hatte.

Die traditionelle Religion der Germanen kannte keinen Teufel im christlichen Sinne, weil ihr Weltbild nicht auf einem moralischen Dualismus von absolutem Gut und absolutem Bösen basiert . Götter wie Odin (Wotan) oder Loki sind vielschichtig. Odin ist sowohl Kriegsgott und Totenherr als auch Gott der Weisheit; Loki ist ein zwiespältiger Trickser, der den Göttern mal half, sie aber schließlich ins Unglück stürzte (unter anderem durch den Tod des Baldur, den Sonnengott).

Wie man sieht: Mit dem von der Kirche und dem damit einhergehenden Christentum verordneten „Teufelsbild“ hat das recht wenig zu tun, vielmehr ist es Teil der kosmischen Ordnung.

Quelle: Facebook

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