Wir sind das Volk?

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Es wird ja immer herumgeschrien „Wir sind das Volk“, auf der anderen Seite meckern viele herum, das die Teilnahme am Kriegsdienst nun ausgelost wird.

Aber wird dadurch nicht unser in die Materie ausgesprochener Wille erfüllt?

Was denn nun? Volk entstammt der Deutung „Kriegsschar“. Diejenigen, die zum talmudianischen Völkerrecht rennen, aktivieren Kriegsrecht?

Das ist halt der Unterschied, was man und glauben lässt und was wirklich ist.

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Völker im modernen Sinne (Nationalsubjekte) wurden im späten 18. Jahrhundert erfunden, während ethnische Gruppen und Stammesgemeinschaften seit der Frühgeschichte der Menschheit (vor vielen zehntausend Jahren) existieren. Es gibt kein genaues Datum für die „Erfindung“ von Völkern, da es sich um einen langen historischen Prozess handelt. Der bewusste Wandel hin zu modernen „Nationen“ vollzog sich jedoch maßgeblich im Zuge der Französischen Revolution (1789) und der europäischen Aufklärung, um die politische Macht vom Monarchen auf die Gesamtheit der Bürger zu übertragen.

Hier ist die historische Entwicklung, aufgeteilt nach Epochen, Ursachen und Absichten:

  1. Die biologisch-soziale Evolution (Urgeschichte)

Entstehung: Vor etwa 40.000 bis 100.000 Jahren.

Zweck: Überlebenssicherung durch Kooperation.

Hintergrund: Menschen schlossen sich in evolutionären Großgruppen, Stämmen und Clans zusammen. Gemeinsame Dialekte, Bräuche und Territorien sicherten das Überleben gegen Ressourcenknappheit und äußere Bedrohungen.

  1. Die politische Instrumentalisierung (Antike bis Mittelalter)

Entstehung: Ab ca. 3000 v. Chr. (z. B. Ägypter, Griechen, Römer).

Zweck: Herrschaftslegitimation und Abgrenzung.

Hintergrund: Herrscher nutzten gemeinsame Mythen und Religionen, um große Bevölkerungsgruppen an ein Reich zu binden. Gleichzeitig diente der Begriff zur Abgrenzung nach außen (z. B. die „Barbaren“ aus Sicht der Römer).

  1. Die moderne „Erfindung“ der Nation (18. & 19. Jahrhundert)

Entstehung: Zwischen 1789 und Mitte des 19. Jahrhunderts.

Zweck: Demokratisierung, Mobilisierung und Identitätsstiftung.

Hintergrund: In der Geschichtswissenschaft (wie bei Benedict Anderson auf Wikipedia) werden moderne Völker als „imagined communities“ (vorgestellte Gemeinschaften) beschrieben. Sie wurden zu drei Hauptzwecken „konstruiert“:

Ersatz für die Krone: Als Könige ihre Macht verloren, brauchte der Staat ein neues Fundament. Das „Volk“ wurde zum neuen Souverän erklärt.

Massenmobilisierung: Für die industriellen Staaten und deren Massenheere mussten Bürger bereit sein, für ihr Land zu kämpfen. Das Zugehörigkeitsgefühl schuf diese Opferbereitschaft.

Standardisierung: Durch allgemeine Schulpflicht, einheitliche Schriftsprachen und Museen wurden regionale Unterschiede (wie Dialekte) gezielt abgebaut, um homogene Staatsvölker zu erschaffen.

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